Dienstag, 9. Oktober 2018

30 Jahre Jüdisches Museum Rendsburg

Anlässlich seines 30-jährigen Bestehens fand im Jüdischen Museum Rendsburg am vergangenen Dienstag, 9.10.2018 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wozu ein Jüdisches Museum heute?" statt. Der Landesbeauftragte für politische Bildung gratulierte dem Museum zum Jubiläum und eröffnete damit den spannenden Abend.

Der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, sagte in seinem Grußwort: „Das Jüdische Museum Rendsburg ist ein unverzichtbarer Teil der politischen Bildung im Land. Ich freue mich darauf, unsere bestehenden Kooperationen fortzuführen und weiter auszubauen.“ Er gratulierte Museumsleiter Dr. Carsten Fleischhauer sowie ehemaligen und aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gerade heute sei die Wissensvermittlung über jüdisches Leben in Geschichte und Gegenwart wichtiger denn je. Auch zur Bekämpfung von Antisemitismus könne das Jüdische Museum mit seinen Bildungsangeboten einen wichtigen Beitrag leisten.

Das Team des Jüdischen Museums um Dr. Carsten Fleischhauer nahm den Abend zum Anlass, um nach der Zukunft der Jüdischen Museen zu fragen. Kontrovers wurde das Thema "Wozu ein Jüdisches Museum heute?" von Ilja Cinciper (Verband jüdischer Studierender Nord), Léontine Mejer-van Mensch (Jüdisches Museum Berlin), Dr. Katrin Pieper (Die Exponauten Berlin) und Prof. Dr. Heinrich Pohl (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) diskutiert. Moderiert wurde die Debatte von Dr. Harald Schmid (Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten). Umfangreich behandelt wurde das Spannungsfeld zwischen dokumentarischer Museumsarbeit und politischem Engagement, in dem Museen sich oft befinden. So machte Mejer-van Mensch deutlich, sie wolle ihr Museumsprogramm ohne politische Einmischung frei gestalten können. Gleichzeitig betonte sie, dass auch Themen wie die Wahl der Stiftungsratsmitglieder sich zum Politikum entwickeln können. Einig waren sich die Diskutierenden, dass Museen aufgrund dieses Spannungsfeldes auf weitere Partner angewiesen sind, um politische Bildungsarbeit leisten zu können. Der Landesbeauftragte sicherte dem Jüdischen Museum auch die zukünftige Unterstützung bei dieser gemeinsamen Herausforderung zu.

Der Abend wurde von Claudia Kuhn (Jüdisches Museum Rendsburg) vorbereitet und in Kooperation mit dem Landesbeauftragten und durchgeführt. Eine Videoaufzeichnung ist in der Mediathek des Offenen Kanals Kiel verfügbar.

Auf dem Podium (v.l.): Dr. Harald Schmid, Prof. Dr. Karl Heinrich Pohl und Dr. Katrin Pieper.