Mehr politische Bildung in Schulen - Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein
Foto: dpa / Felix Kästle


Donnerstag, 11. Oktober 2018

Mehr politische Bildung in Schulen

Nach dem Jungen Rat Kiel fordern auch die Landesschülervertretungen in Schleswig-Holstein mehr politische Bildung an Schulen. Der Landesbeauftragte für politische Bildung zeigt sich erfreut über diese Forderung. Dr. Christian Meyer-Heidemann setzt sich seit Längerem für dieses Ziel ein.

Der Wirtschafts- und Politikunterricht (WiPo-Unterricht) müsse spätestens ab der 7. Klasse verpflichtend sein, fordert die Landesarbeitsgemeinschaft der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein. Dies ist eine der Kernforderungen in ihrem Positionspapier, das an Bildungsministerin Karin Prien und die Fraktionen des Schleswig-Holsteinischen Landtags gerichtet wurde.

„In einer Demokratie wie der Bundesrepublik Deutschland sollte es der Wille der Politiker sein, politisch aufgeklärte und kompromissbereite Menschen zu vertreten. Dies bedarf einer längeren Phase des politischen Lernens, als sie heute im Bildungssystem vorgesehen ist“, so die Unterzeichnenden. Darüber hinaus solle unter anderem das Profil des WiPo-Unterrichts geschärft werden. Dazu sei erforderlich, die an Gemeinschaftsschulen übliche Verbindung des Politikunterrichts mit dem Geographie- und Geschichtsunterricht zum Fach „Weltkunde“ abzuschaffen und „WiPo“ verbindlich als eigenständiges Fach anzubieten.

Der Landesbeauftragte für politische Bildung fordert seit Längerem, politische Bildung in den Schulen zu stärken. „Wir brauchen auch an den Gemeinschaftsschulen ein eigenes Fach Wirtschaft/Politik“, so Meyer-Heidemann. „Nur so kann gewährleistet werden, dass die Lehramtsausbildung fachwissenschaftlich und fachdidaktisch fundiert auf das später zu unterrichtende Fach vorbereitet. Mit dem bisherigen Integrationsfach Weltkunde gelingt dies nicht.“ , Neben diesen strukturellen Rahmenbedingungen komme es ebenso auf spannende und adressatengerechte Lernumgebungen an. Hierfür bietet der Landesbeauftragte Unterrichtsmaterial zur Kommunalpolitik und Landespolitik an.

Bereits im August hat der Junge Rat Kiel der Bildungsministerin einen offenen Brief mit ähnlicher Forderung überreicht. Darin forderten die 35 Unterzeichnenden ebenfalls, den WiPo-Unterricht ab der siebten Klasse als verpflichtend zu erklären.

Wie die Landesregierung die Demokratiebildung stärken könnte, wurde am 28.9.2018 im Schleswig-Holsteinischen Landtag diskutiert.

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