Mittwoch, 24. Oktober 2018

Das Mahnmal – erbaut, verdrängt, wiederentdeckt

In Itzehoe steht das erste öffentliche Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein. Journalist Michael Legband erzählte am vergangenen Dienstag, 23.10. im Schleswig-Holsteinischen Landtag von der wechselhaften Geschichte des Bauwerks.

Die Geschichte des Mahnmals ist auch ein Teil der persönlichen Geschichte des Journalisten Legband. Initiiert hatte das Bauwerk der ehemalige KZ-Häftling und spätere Begründer des Studio Hamburg, Prof. Gyula Trebitsch. Entworfen hatte es Fritz Höger. Höger war als Architekt hoch angesehen, war allerdings eine umstrittene Person, da er zuvor mit den Nationalsozialisten sympathisiert hatte.

Nachdem das Bauwerk 1957 an den Stadtrand verdrängt worden war, setzten sich Initiator Trebitsch und Michael Legband dafür ein, die Gedenksäule an ihren ursprünglichen Platz zu versetzen.  Nach der Wiedererrichtung an zentraler Stelle in Itzehoe wird sie wieder öfter besucht, auch von Landespolitikerinnen und -politikern. „Das Mahnmal ist die offizielle inoffizielle Gedenkstätte des Landes“ resümiert der Journalist.

Bis heute sind viele Menschen am Mahnmal interessiert, was sich auch bei der Veranstaltung zeigte: Etwa 90 Gäste waren erschienen, um beim Vortrag und der anschließenden Publikumsdiskussion dabei zu sein.

Journalist Michael Legband