Jüdisches Leben heute: Strategien gegen Antisemitismus - Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein
EUROPAWAHL 2019


Freitag, 15. März 2019

Jüdisches Leben heute: Strategien gegen Antisemitismus

In der 14. Tagung unser Veranstaltungsreihe „Jüdisches Leben heute“, die in der Jüdischen Gemeinde Kiel und Region stattfand, ging es um Strategien gegen den in Europa und Deutschland leider wieder zunehmenden Antisemitismus.

Seit 2002 unterstützen Landeszentrale bzw. Landesbeauftragter für politische Bildung die von Wolfgang Heise initiierte Veranstaltungsreihe, die über Jüdisches Leben in Schleswig-Holstein informiert und interessierten Menschen regelmäßig die Möglichkeit bietet, Orte jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein kennenzulernen.

In diesem Jahr kamen rund 60 Interessierte in Kiel-Gaarden zusammen kamen, um sich zu informieren und darüber zu diskutieren, wie sich dem in den letzten Jahren zunehmenden Antisemitismus in unseren Gesellschaften begegnen lässt. „Damit“, so strich der Landesbeauftragte für politische Bildung, Dr. Christian Meyer-Heidemann heraus, „orientiert sich die Tagung am Thema der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit: „Mensch, wo bist Du? Gemeinsam gegen Judenfeindschaft.“

Die Vortragenden der Tagung erörterten Möglichkeiten und Wege, Antisemitismus zu begegnen, in verschiedenen Handlungsfeldern: Tim Gijsemanns vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel sprach über den Umgang mit Judenfeindschaft in der Schule und forderte Lehrer dazu auf, bei antisemitischen Vorfällen deutlich Stellung zu beziehen. Pädagogen sollten versuchen, sich einen Zugang zu den Alltagswelten der Jugendlichen zu erhalten, um so mögliche antisemitische Inhalte und Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können.

Über Antisemitismusprävention in der Lehramtsausbildung am Beispiel der Europa-Universität Flensburg sprach Dr. Peer Egtved: Er berichtete von mehreren Gedenkstättenbesuchen mit seinen Studierenden unter anderem in Ladelund und einer Exkursion zur politischen Bildung nach Berlin, zu deren Programm auch ein Rundgang auf den Spuren jüdischen Lebens durch die Spandauer Vorstadt gezählt habe.

Christiane Balzer, Polizeischulrektorin von der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin, verwies auf die Selbstverpflichtung, die sich die Eutiner Polizeischule bereits mit Ihrer Namenswahl gegeben habe: Sie ist nach dem Berliner Reviervorsteher Wilhelm Krützfeld benannt, dessen beherztem Widerstand es zu verdanken ist, dass die große Berliner Synagoge 1938 nicht zerstört wurde. Aus den vielen Projekten politischer Bildung für angehende Polizistinnen und Polizisten hob sie vor allem die jüngst vereinbarte Zusammenarbeit mit der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem hervor.

Joshua Vogel schließlich berichtete über die Arbeit der im vergangenen Jahr neu gegründeten Landesweiten Information- und Dokumentationsstelle Antisemitismus in Schleswig-Holstein (LIDA): Deren Aufgabe bestehe vor allem darin, durch die Dokumentation antisemitischer Vorfälle die Öffentlichkeit für die Thematik eines zunehmenden Antisemitismus zu sensibilisieren.

Allen Mitwirkenden gemeinsam war die Ansicht, dass eine vorsorgende und stetige politische Bildung zur Verhinderung von Antisemitismus in den verschiedenen Handlungsfeldern wichtig sei.

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