Junge schaut ins Licht
Junge schaut ins Licht
Foto: Offener Kanal Schleswig-Holstein / Holger Jentsch


Donnerstag, 28. November 2019

Überwältigendes Inter­­esse am Medien­kompe­tenz­tag!

Über 500 Lehrkräfte, Erzieher*innen sowie Akteure aus der außerschulischen Jugendbildung und Eltern aus ganz Schleswig-Holstein haben am Samstag, 23. November 2019, den Medienkompetenztag besucht.

Christian Meyer-Heidemann eröffnete Schleswig-Holsteins größte Fortbildungsmesse rund um den Einsatz von Medien in der Schule und in der Jugendarbeit. Hocherfreut zeigte er sich darüber, dass so viele Fachkräfte in ihrer Freizeit am Medienkompetenztag teilnahmen. In seiner Begrüßung betonte er die politische Dimension von Medienkompetenz: „Phänomene wie Hate Speech und Fake News bedrohen unsere Demokratie. Wenn wir wollen, dass junge Menschen sich souverän im Netz bewegen und sich ein eigenes politisches Urteil bilden können, müssen wir Medienkompetenz umfassend in der schulischen und außerschulischen Jugendbildung verankern. Medienkompetenz ist Verteidigung unserer Demokratie!“

Große Beachtung fand der anschließende Vortrag von Prof. Angelika Beranek aus München. Die Medienwissenschaftlerin beschrieb die vielen positiven Wirkungen von Algorithmen im digitalen Zeitalter, aber auch deren Potenzial zur Ausgrenzung und Diskriminierung. Letztlich steht nach Überzeugung der Expertin immer noch der Mensch in der Pflicht: „Digitalisierung ist keine Naturgewalt, sie ist steuer- und gestaltbar.“

In weiteren Fachvorträgen, 24 Workshops und 11 Themenbörsen mit 33 Projektvorstellungen hatten die Gäste des Medienkompetenztages die Möglichkeit, sich über die jüngsten Entwicklungen des Medieneinsatzes zu informieren. Die Themen waren vielfältig: Der Workshop „Mit Fortnite zum Sieg?“ behandelte beispielsweise die Chancen von Games in der Jugendarbeit, bei „Lego/Playmo/Knete lebt!“ erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie Kinder niedrigschwellig Animationsfilme in der KiTa erstellen und unter dem Titel „Facts statt Fake“ ging es um Möglichkeiten, Fake News und Hate Speech im Unterricht zu thematisieren. Verschiedene weitere Angebote widmeten sich unter den Titeln „Was tun bei Cybermobbing?“. „Kommunikation mit Eltern“ oder „Lass uns Reden“ neuen Formen der Kommunikation. Weitere Themen waren digitale Beteiligung, künstliche Intelligenz sowie Medien und Inklusion.

Darüber hinaus bekamen die Besucherinnen und Besucher an den Messeständen Einblicke in die Arbeit der Mitglieder des Netzwerkes Medienkompetenz Schleswig-Holstein und verschiedener Akteure aus dem Bereich der Medienbildung.

Der Medienkompetenztag wurde vom Netzwerk Medienkompetenz Schleswig-Holstein in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal veranstaltet. Das Netzwerk Medienkompetenz Schleswig-Holstein hat sich im Juli 2010 in Kiel gegründet und besteht aus 16 landesweit tätigen Institutionen und Organisationen aus Staat und Gesellschaft.

Der Landesbeauftragte für politische Bildung organisiert und finanziert den Medienkompetenztag gemeinsam mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein, dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren sowie dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein.