Nr. 1 / 23. Februar 2021

Landesbeauftragter für politische Bildung stellt Veranstaltungsprogramm für „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ vor

Der Landesbeauftragte für politische Bildung bietet anlässlich des Jubiläumsjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ in diesem Jahr ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland an. „Wir möchten die Vielfalt des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur aufzeigen und eine Begegnung mit dem Judentum in Schleswig-Holstein ermöglichen“, sagt der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, heute (Dienstag) in Kiel.

Die Veranstaltungen des Landesbeauftragten setzen unterschiedliche thematische Schwerpunkte: Eine Veranstaltung zum jüdischen Leben in Schleswig-Holstein ist in Elmshorn geplant. Sie soll vor Ort in der jüdischen Gemeinde stattfinden und einen Rundgang über den jüdischen Friedhof beinhalten. Mit einer Kombination aus Lesung und Konzert unter dem Titel „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ blickt das Ensemble OPUS 45 in der Carlebach-Synagoge in Lübeck in die Vergangenheit, indem Texte und Musikstücke bekannter jüdischer Künstlerinnen und Künstler aufgeführt werden. Eine Veranstaltungsreihe im Theater im Werftpark in Kiel wird – teilweise mit satirischen Elementen – deutlich machen, wie vielfältig jüdisches Leben in Deutschland heute ist. Die Veranstaltungen des Landesbeauftragten setzen unterschiedliche thematische Schwerpunkte: Eine Veranstaltung zum jüdischen Leben in Schleswig-Holstein ist in Elmshorn geplant. Sie soll vor Ort in der jüdischen Gemeinde stattfinden und einen Rundgang über den jüdischen Friedhof beinhalten. Mit einer Kombination aus Lesung und Konzert unter dem Titel „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ blickt das Ensemble OPUS 45 in der Carlebach-Synagoge in Lübeck in die Vergangenheit, indem Texte und Musikstücke bekannter jüdischer Künstlerinnen und Künstler aufgeführt werden. Eine Veranstaltungsreihe im Theater im Werftpark in Kiel wird – teilweise mit satirischen Elementen – deutlich machen, wie vielfältig jüdisches Leben in Deutschland heute ist.

„Ich freue mich darüber, dass wir in diesem Jahr das jüdische Leben in Deutschland mit vielen spannenden Veranstaltungen feiern“, so Meyer-Heidemann. Dennoch sehe er den Begriff „Festjahr“ ambivalent. „Die lange Tradition des Antijudaismus, des Antisemitismus und der Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden, schließlich der nationalsozialistische Zivilisationsbruch und die systematische Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden in der Shoa – all das ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte und muss auch in diesem Jahr sichtbar werden.“

Besonders gelte es den heutigen Antisemitismus in den Blick zu nehmen. So wird etwa Alex Feuerherdt in einer Lesung über die internationale Politik gegen den Staat Israel und die Israel-Boykottbewegung berichten. Der Autor Ronen Steinke („Terror gegen Juden“) wird das Erstarken antisemitischer Gewalt in Deutschland und die staatlichen Schutzkonzepte kritisch beleuchten. Außerdem ist eine Online-Fortbildung für Lehrkräfte zu Antisemitismus im digitalen Raum geplant.

Mit Blick auf das Veranstaltungsprogramm betont der Landesbeauftragte für politische Bildung: „Wir setzen mit den Veranstaltungen unsere enge Zusammenarbeit mit den beiden jüdischen Landesverbänden und den einzelnen Gemeinden fort. Ich freue mich, dass sich so viele Kooperationspartner in dieses Jubiläumsjahr einbringen.“

Die Veranstaltungen finden teils online, teils in Präsenz an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie können die meisten Präsenz-Veranstaltungen voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt werden.

Bereits terminierte Veranstaltungen:

01.06.2021: Lesung mit Alex Feuerherdt in Kiel, in Kooperation mit der Hermann-Ehlers-Akademie und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein

23.08.2021: Lesung mit Ronen Steinke (Ort steht noch nicht fest), in Kooperation mit dem Jüdischen Museum in Rendsburg

07.11.2021: Lesung und Konzert „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ in Lübeck, in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Lübeck

Noch nicht terminierte Veranstaltungen:

Mai: Online-Fortbildung für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte zum Thema Antisemitismus im digitalen Raum

ab Juni: Veranstaltungsreihe „Was ist jüdisch?“ im Theater im Werftpark Kiel, in Kooperation mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein, der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein und der Evangelischen Akademie der Nordkirche

November: Veranstaltung „Jüdisches Leben in Schleswig-Holstein“ in Elmshorn, in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Elmshorn, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein und der Deutschen Vereinigung für politische Bildung, Landesverband Schleswig-Holstein

Es befinden sich weitere Projekte und Veranstaltungen in Planung, die Übersicht wird fortlaufend unter https://www.politische-bildung.sh/1700jahre aktualisiert.

Hintergrund:

Jüdinnen und Juden leben seit mindestens 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Die älteste bis heute erhaltene historische Quelle, die jüdisches Leben in Deutschland belegt, ist eine Kölner Urkunde aus dem Jahr 321. Am Sonntag, 21.02.2021, wurde daher das Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ mit einer feierlichen Veranstaltung in Köln eröffnet, bei der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Festrede hielt.

Der Landesbeauftrage für politische Bildung stellt anlässlich des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ umfangreiche Informationen auf seiner Website zur Verfügung: Auf der Überblicksseite https://www.politische-bildung.sh/1700jahre können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über die geplanten Veranstaltungen informieren. Diese Seite wird fortlaufend aktualisiert.

Die Überblicksseite https://www.politische-bildung.sh/antisemitismus konzentriert sich auf das Thema Antisemitismus und bietet weiterführende Informationen zu seinen aktuellen Formen, nennt Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und zeigt konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen Antisemitismus auf.

Für Anfragen und weitere Informationen steht Ihnen Frau Freya Elvert, Referentin beim Landesbeauftragten für politische Bildung, unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 0431 988-1640 zur Verfügung.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Dr. Hauke Petersen, Stellvertreter des Landesbeauftragten für politische Bildung, unter Tel.: 0431/988-1643 zur Verfügung.

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