Nr. 3 / 28. März 2022

Frederik Mönkehaus aus Quickborn und Ricarda Gottlob aus Lübeck gewinnen bei „Jugend debattiert“

Der Landesbeauftragte für politische Bildung hat heute (Montag) gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und der Heinz-Nixdorf-Stiftung das Landesfinale von „Jugend debattiert“ ausgerichtet. In der Altersgruppe 1 siegte Frederik Mönkehaus vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium aus Quickborn vor Lovis Eichhorn aus Kiel. Ricarda Gottlob vom Katharineum zu Lübeck sicherte sich in der Altersgruppe 2 den Landessieg vor Maya Schulz aus Quickborn. Die Erst- und Zweitplatzierten ihrer Altersgruppe haben sich für die Bundesqualifikation von Jugend debattiert am 18. Juni 2022 in Berlin qualifiziert.

Der 14-jährige Frederik Mönkehaus vom Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Quickborn überzeugte die Jury in der Altersgruppe 1. Er argumentierte wirkungsvoll gegen ein Verbot von Alkohol für Jugendliche unter 18 Jahren. Die 16-jährige Ricarda Gottlob vom Katharineum zu Lübeck konnte bei der Frage, „Soll es verboten werden, Polizisten im Einsatz zu filmen?“, den Landeswettbewerb der Altersgruppen 2 für sich entscheiden. Sie trat beachtenswert gegen ein Verbot ein.

„Jugend debattiert“ sei mehr als ein Wettbewerb, sagte Parlamentsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber, die die Veranstaltung miteröffnete. „Ihr erlernt und etabliert eine Streitkultur – an der es bei uns viel zu häufig mangelt. Der Demokratie, der Gesellschaft, uns allen ist nicht damit gedient, wenn wir einer sachlichen Auseinandersetzung aus dem Weg gehen. Wir müssen uns miteinander auseinandersetzen.“ Für eine Demokratie sei der faire Streit in der Sache essenziell: Argumente auszutauschen, Positionen zu begründen, zu verteidigen, aber auch zu verstehen, betonte Eickhoff-Weber. „Nur so kommen wir dann auch gemeinsam zu klugen Entscheidungen.“ Deswegen sei es wichtig, zu lernen, mit Argumenten zu überzeugen – aber auch, dass man mitunter nicht mit den eigenen Positionen durchdringe. „Dazu leistet ‚Jugend debattiert‘ einen großen Beitrag. Durch Eure Teilnahme habt Ihr bereits jetzt gewonnen – und seid auch für uns alle ein Gewinn.“

„Mit den Fragen nach einem LNG-Terminal in Brunsbüttel oder dem Alkoholverkauf ab 18 Jahren haben die Jugendlichen wirklich aktuelle politische Themen debattiert“, sagte der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann. „‚Jugend debattiert‘ zeigt jungen Menschen, dass es in Politik und Gesellschaft eine Vielzahl kontroverser Positionen gibt, und leistet so einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung.“ Meyer-Heidemann zeigte sich erfreut darüber, dass das Landesfinale nach zwei Jahren pandemiebedingter Unterbrechung nun wieder im Landeshauses stattfinden konnte: „Schön, dass wir das Finale wieder im Plenarsaal veranstalten konnten, dort ist immer eine besondere Atmosphäre.“

Der Landesbeauftragte für politische Bildung gratulierte: „Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Landesfinales können stolz darauf sein, es so weit geschafft zu haben. Herzlichen Glückwunsch den Siegerinnen und Siegern! Vielen Dank an die Lehrkräfte, die den Landeswettbewerb unter sehr herausfordernden Bedingungen ermöglicht haben.“

„Ich freue mich für die Schülerinnen und Schüler, dass sie in diesem Jahr endlich wieder in Präsenz debattieren und ihre Kompetenzen beim Diskutieren, Analysieren und Argumentieren messen können. Eine Debatte lebt vom Unmittelbaren und die Jugendlichen gehen auch dank des Coaching durch ihre Lehrerinnen und Lehrer gut vorbereitet in diese neue Situation. Sie stellen sich komplexen Sachverhalten, begründen ihr Urteil und vertreten es. Das stärkt die Demokratiebildung“, sagte Ministerin Karin Prien in ihrer Videobotschaft.

„Die sachliche Debatte, der Austausch und das Aushalten von Andersdenkenden sind gerade während der Corona-Pandemie zu kurz gekommen. Umso wichtiger ein Format zu haben, das diese Fähigkeiten trainiert: Jugend debattiert“, sagt Elisabeth Niejahr, die als Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung den Bereich ‚Demokratie Stärken‘ verantwortet.

Die Finalistinnen und Finalisten im Landeswettbewerb Jugend debattiert in Schleswig-Holstein 2022

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):

1. Platz: Frederik Mönkehaus, 14, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Quickborn
2. Platz: Lovis Eichhorn, 14, Max-Planck-Schule, Kiel
3. Platz: Mila Schümann, 14, Gymnasium Schenefeld
4. Platz: Muriel Voß, 14, Max-Planck-Schule, Kiel

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):

1. Platz: Ricarda Gottlob, 16, Katharineum zu Lübeck
2. Platz: Maya Schulz, 17, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, Quickborn
3. Platz: Ansgar Pauly, 16, Katharineum zu Lübeck
4. Platz: Lewe Bendix Jannsen, 19, Max-Planck-Schule, Kiel

Hintergrund:

In Schleswig-Holstein haben sich bei den Schul- und Regionalwettbewerben des laufenden Schuljahres an der Unterrichtsreihe „Jugend debattiert“ rund 10.000 Schülerinnen und Schüler von 60 Schulen beteiligt. Grundsätzlich nehmen pro Debatte vier Schülerinnen und Schüler teil, die 24 Minuten über eine Streitfrage debattieren. Inhalte und Argumente zum Thema müssen fundiert und überzeugend sein. Wer die Pro- oder Contra-Position zu einer These vertreten muss, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.

Im diesjährigen Landeswettbewerb haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu folgenden Fragen debattiert:

Altersgruppe 1:

Soll die schulische Wochenarbeitszeit von Schülerinnen und Schülern begrenzt werden?

Sollen Munitionssprengungen in der Ostsee mit Rücksicht auf die Schweinswalpopulation verboten werden?

Soll Alkohol für Jugendliche unter 18 Jahren verboten werden?

Altersgruppe 2:

Soll die Schule zu einem akzeptierenden Blick auf den eigenen Körper erziehen?

Soll es verboten werden, Polizisten im Einsatz zu filmen?

Soll in Brunsbüttel ein LNG-Terminal gebaut werden?

„Jugend debattiert“ beginnt für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 mit einer Unterrichtsreihe. Zuvor werden ihre Lehrkräfte fächerübergreifend im Debattieren geschult. Mit speziellen Unterrichtsmaterialien ausgestattet, trainieren die Lehrkräfte anschließend die Schülerinnen und Schüler im Unterricht.

Ab Klasse 8 können Schülerinnen und Schüler am bundesweiten Wettbewerb teilnehmen, der für die Sekundarstufe I und II ausgetragen wird. Der Wettbewerb findet zunächst auf Schul-, Regional- und Landesebene statt. Ab Regionalebene erhalten die Siegerinnen und Sieger als Preise mehrtägige Seminare bei „Jugend debattiert“-Trainern, die sie auf die jeweils nächste Wettbewerbsebene vorbereiten. Höhepunkt ist das Bundesfinale, bei dem die besten Debattantinnen und Debattanten aus ganz Deutschland in Berlin aufeinandertreffen.

Seit über zwanzig Jahren fördert „Jugend debattiert“ sprachliche und politische Bildung sowie Meinungs- und Persönlichkeitsbildung. Jugend debattiert ist das größte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten nehmen rund 200.000 Schülerinnen und Schüler aus über 1.200 Schulen an diesem Wettbewerb teil.

Fotos

Pressefotos der Veranstaltung und der Finalistinnen und Finalisten stehen auf der Seite des Landesbeauftragten zum Abruf bereit (Aktuelles/Pressefotos bzw. unter https://www.politische-bildung.sh/aktuelles/pressefotos.html).

Kontakt

Für weitere Informationen stehen Ihnen

Michael Holldorf, Referent beim Landesbeauftragten für politische Bildung, unter Tel.: 0431 988-1645 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,   

Insa Rix-Oldigs, Landeskoordinatorin Jugend debattiert Schleswig-Holstein, unter Tel.: 0151 26030096 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und

Jenna Melzer, Ansprechpartnerin für Jugend debattiert im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, unter Tel.: 0431 988-2511 bzw. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

zur Verfügung.

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Dr. Hauke Petersen, Stellvertreter des Landesbeauftragten für politische Bildung, unter Tel.: 0431/988-1643 zur Verfügung.

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