Ethik der Appropriation

Identitäetn, Solidarität
Buchtitel Ethik der Appropriation
1,00 €
Beschreibung

Jens Balzer

Die Rede von kultureller Aneignung ist allgegenwärtig. Infrage steht mit ihr die Legitimität kultureller Produktion, die sich an den Beständen anderer, ihr „fremder“ Traditionen bedient. Während viele diese als eine Form des Diebstahls an marginalisierten Gruppen kritisieren, weisen andere den Vorwurf zurück: Er drücke eine Vorstellung von Identität aus, die Berührungspunkte mit der völkischen Rechten aufweise. Tatsächlich, so zeigt Jens Balzer, beruht jede Kultur auf Aneignung. Die Frage ist daher nicht, ob Appropriation berechtigt ist, sondern wie man richtig appropriiert. Kenntnisreich skizziert Balzer im Rückgriff auf die Entstehung des Hip Hop wie auf die erstaunliche Beliebtheit des Wunsches, „Indianer“ zu sein, in der bundesdeutschen Nachkriegszeit eine Ethik der Appropriation. In ihr stellt er einer schlechten, weil naturalisierenden und festlegenden, eine gute, ihre eigene Gemachtheit bewusst einsetzende Aneignung entgegen.

Berlin 2022, MSB Matthes & Seritz
87 Seiten
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