Henrik Szanto während eines Poetry-Slams. Bildrechte TJ Photography


Poetry Slam

Poetry Slam: „Was ist jüdisch?“

Mittwoch, 18. August 2021, 19.00 bis 20.30 Uhr
Kiel, Kulturzentrum „Die Pumpe“,
Haßstraße 22, 24103 Kiel

Ob aus der Stadt oder vom Land, orthodox oder liberal, sorgenvoll oder doch mit Hoffnung: Wie ist es, als Jüdin oder Jude in Deutschland zu leben? Jüdische Slammer*innen und Slammer*innen mit jüdischen Familienhintergrund aus dem ganzen deutschsprachigen Raum erzählen mit ihren Texten von ihren Erfahrungen und Begegnungen - und von ihrem Glauben. Sarah Borowik-Frank, Benjamin Poliak, Henrik Szanto und Hanna Veiler präsentieren ihre Texte: Humorvoll und lustig, nachdenklich und ernst, gereimt oder als Prosa – aber immer mit ganz viel Sprachkunst. Am Ende wird abgestimmt: Welcher Text hat am meisten berührt? 

Die Veranstaltung ist ein Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein und Evangelische Akademie der Nordkirche ausgerichtet.

Die Teilnahme ist kostenlos. 

Es gelten die aktuellen Coronaregeln (zurzeit: tagesaktueller Negativtest, Impf- oder Genesenennachweis, medizinische Atemschutzmaske auf dem Weg zum Platz, Kontaktdatenerfassung am Eingang). 

 

Programm

Durch den Abend führt Björn Högsdal, Autor, Slam-Poet und Moderator aus Kiel. 

Die Künstler*innen

Seit 2018 studiert Hanna Veiler Kunstgeschichte und Französisch in Tübingen und engagiert sich an vielen Stellen: seit dem vergangenen Oktober als Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Studierendenunion Württembergs, zudem als Inklusionsbeauftragte des jüdischen Jugendzentrums Stuttgart und schließlich als aktives Mitglied der Jüdischen Studierendenunion Deutschlands, wo sie unter anderem in den Arbeitsgruppe Frauen, Nachhaltigkeit und Inklusion mitwirkt. Außerdem ist Hanna Veiler regelmäßig auf Poetry Slams zu erleben.

Henrik Szanto ist halb Finne, halb Ungar und lebt als Schriftsteller, Slam Poet, Moderator und Kulturveranstalter in Wien und Hannover. Er ist Mitbegründer des Wiener Veranstaltungskollektivs FOMP. 2018 erschien die Textsammlung „Es hat 18 Buchstaben und neun davon sind Ypsilons“ die auf der Leipziger Buchmesse mit dem Preis für den „Ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2018“ ausgezeichnet wurde. Szanto ist Gründungsmitglied und Initiator der Wiener Lesebühne „Sinn & Seife“ und eine Hälfte des Poetry Slam-Teams Kirmes Hanoi (gemeinsam mit Jonas Scheiner). Mit Kirmes Hanoi wurde Szanto 2018 österreichischer Poetry Slam-Meister und deutschsprachiger Vizemeister. Als Solo-Künstler wurde Szanto 2020 Poetry Slam-Meister von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland (WNB Slam). 2021 erschien die Textsammlung „Entscheidungen und die Äxte, mit denen wir sie fällen“. Die Kernthemen seiner Arbeit sind Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt. 

Sarah Borowik-Frank ist vor bald 29 Jahren in einer Geflüchtetenunterkunft in Zittau geboren worden. Das erste neugeborene jüdische Leben in Zittau nach der Schoah. Ihre Eltern sind sogenannte Kontingentgeflüchtete aus der ehemaligen Sowjetunion, die in Deutschland Schutz vor Krieg und Pogromen in Tadschikistan gesucht haben. Mittlerweile lebt die 28-Jährige Künstlerin in Konstanz und vermittelt ihren jüdischen Glauben in Schulen und Universitäten, denn ihrer Meinung nach gibt es „gar nicht so vieles in der jüdischen Berichterstattung“. Daneben steht sie als Schauspielerin auf Theaterbühnen oder ist bei Poetry Slams aktiv, inszeniert eigene Stücke und ist in der Literatur- und Comic-Szene aktiv. Auf Ihren Social-Media-Kanälen thematisiert sie vor allem ihre eigene Jüdischkeit. 

Der 21-Jährige Benjamin Poliak aus Essen war 2016 und 2017 deutschsprachiger Meister im U20-Poetry Slam und versucht seit jeher, seine Lebenseindrücke und Vorstellungen in Worte zu verpacken. Mal witzig, mal ernst und manchmal sogar gut. Als Diplom-Jurist spricht er besonders gerne über lebensbejahende und unterhaltsame Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Strafrecht oder Drachenfrucht.  

Anmeldung

Da die Platzzahl wegen Corona begrenzt ist, empfehlen wir eine Anmeldung: Evangelische Akademie der Nordkirche (akademie-nordkirche.de)