Jungsein in Demokratie und Diktatur: ein Vergleich
Montag, 02.11.2026, 11:30 - 13:00 Uhr
Hermann-Tast-Schule
Am Bahndamm 1
25813 Husum
Jungsein verbindet Generationen – und doch unterscheiden sich die Erfahrungen des Aufwachsens je nach gesellschaftlichen und politischen Bedingungen erheblich. Wie war es, in der DDR jung zu sein? Welche Freiheiten und Grenzen prägten den Alltag? Und was bedeutet Jungsein heute in einer demokratischen Gesellschaft, die zunehmend unter Druck gerät?
Die Veranstaltung lädt dazu ein, unterschiedliche Generationen und Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Fragen nach den Auswirkungen von deutscher Teilung und Einheit bis in die Gegenwart. Dabei geht es um Gemeinschaft und Anpassungsdruck in der DDR ebenso wie um Rebellion, politische Prägung und die Umbrüche nach der Friedlichen Revolution und der deutschen Einheit.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Bedeutung ost- und westdeutsche Identitäten heute noch haben, was in Familien weitergegeben wird und welchen Beitrag junge Stimmen für eine lebendige Demokratie leisten können.
Die Veranstaltung findet in der Hermann-Tast-Schule statt und ist für die interessierte Öffentlichkeit geöffnet.
Sie ist eine Kooperation der Volkshochschule Husum und der Hermann-Tast-Schule mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein.
Moderation:
Nadja Klier
Nadja Klier wurde 1973 in Dresden geboren. Sie ist Tochter der DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier. 1988 wurde sie mit ihrer Familie nach jahrelanger Überwachung aus politischen Gründen aus der DDR ausgewiesen. Über Nacht veränderte sich für die Jugendliche alles. Nadja Klier arbeitet seit vielen Jahren als Fotografin, Autorin und Filmemacherin. 2021 rief sie die „DDR Box“ ins Leben. Das Portal zielt darauf ab, die Geschichte der DDR möglichst authentisch für Jugendliche darzustellen.
Referenten:
Ingo Hasselbach
Ingo Hasselbach wuchs in einem privilegierten DDR-Elternhaus auf. Sein Vater arbeitete als Redakteur beim Rundfunk der DDR und war 1964 aus der Bundesrepublik in die DDR übersiedelt, seine Mutter war Journalistin bei der Nachrichtenagentur ADN. Seine Kindheit verbrachte er im Prenzlauer Berg, ab 1971 lebte die Familie gegenüber des Stasi-Komplexes in Berlin Lichtenberg. Hasselbach erlebte als Jugendlicher staatliche Repression, insbesondere aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Punk-Szene. Schule und Jugendzeit waren von Ausgrenzung, Bestrafung, der Unterbringung in einem Kinderheim und der Einweisung in einen Jugendwerkhof geprägt. Zwischen 1986 und 1989 folgten mehrere Gefängnisaufenthalte, während derer er sich radikalisierte. Anfang der 1990er-Jahre entwickelte sich Hasselbach zu einer führenden Figur der Neonazi-Szene in Berlin. Sein Ausstieg aus der rechtsextremistischen Szene im Jahr 1993 war mit erheblichen persönlichen Risiken verbunden.
Eschel Johan Ewert
Eschel Johann Ewert wurde 2008 geboren und ist Landessprecher der Gymnasien in Schleswig-Holstein, Referent für Politische Bildung sowie Mitglied im Jugendbeirat der Hertie Stiftung. Aus der Perspektive junger Menschen beschäftigt sich Eschel Ewert insbesondere mit der Polarisierung und antidemokratischen Tendenzen bei jungen Menschen. Außerdem engagiert er sich aktiv dafür, institutionelle Wege als junger Mensch mitzugestalten und setzt sich für eine wehrhafte Demokratie ein. Als Jugend-Debattiert-Juror beschäftigt er sich mit den Fähigkeiten, die es für eine gute Demokratie und eine konstruktive Debattenkultur braucht.
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