Die “Reichskristallnacht” in Schleswig-Holstein - Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein


Wanderausstellung

Die “Reichskristallnacht” in Schleswig-Holstein

Mittwoch, 27. Januar 2016 - Freitag, 19. Februar 2016

9. November 1938:

Zum 75. Gedenktag der Reichspogromnacht entstand eine Ausstellung  zum jüdischen Leben von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Landesarchiv Schleswig-Holstein erarbeitete in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gerhard Paul von der Universität Flensburg und der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig- Holstein einen detailreichen Überblick zu den Ereignissen in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938. Gezeigt werden auch die Vorgeschichte der Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein und die auf die „Reichskristallnacht“ folgenden Jahre ihrer Stigmatisierung und Ermordung durch die Nationalsozialisten.

Im Vordergrund stehen Einzelschicksale: So erfährt der Besucher von Dora Kufelnitzky, deren Hutgeschäft in der Kieler Muhliusstraße geschlossen wurde, oder von der Flensburger Familie Fertig, die im Oktober 1938 aus Deutschland ausgewiesen wurde. Zahlreiche Bilddokumente aus der Fotosammlung der Universität Flensburg und Akten aus dem Landesarchiv dokumentieren das Schicksal schleswig-holsteinischer Familien jüdischen Glaubens.

Zerstörte Synagogen und verwüstete Geschäfte mit  zerschlagenen Fensterscheiben gaben der „Reichskristallnacht“ ihren Namen. Die Kieler Synagoge am Schrevenpark war im Jahr 1939 für den Abriss bestimmt, das Rendsburger Gotteshaus wurde als Fischräucherei entweiht. Einigen jüdischen Familien gelang nach der Pogromnacht die Emigration ins Ausland, sie gingen nach Südamerika, Schanghai oder in die USA. Einige Kinder wurden mit Kindertransporten nach Großbritannien gebracht und überlebten dort den Holocaust. Viele Jüdinnen und Juden wurden jedoch deportiert, interniert und ermordet. Wer den Holocaust überlebt hatte, ging nach Palästina oder verblieb in dem Land, in das die Emigration ihn geführt  hatte. Nur  Wenige kehrten  nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland zurück.

Die Ausstellung  präsentiert  facettenreich und mit umfangreichem Anschauungsmaterial das jüdische Leben in Schleswig-Holstein und stellt anhand persönlicher Schicksale die Schrecknisse der „Reichskristallnacht“ dar.

Anmeldung

Die Wanderausstellung ist über das Amt des Landesbeauftragten für politische Bildung kostenlos ausleihbar. Für den Aussteller fallen lediglich die Transport- und Versicherungskosten an.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Amt des Landesbeauftragten für politische Bildung unter Tel.: 0431 988-1644 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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