„Aus dem Volkskörper entfernt“? - Der Landesbeauftragte für politische Bildung in Schleswig-Holstein


Vortrag

„Aus dem Volkskörper entfernt“?

Montag, 3. Februar 2020
18.00 Uhr
Plenarsaal
Landeshaus
Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel

Verfolgung Homosexueller unter dem NS-Regime

Über Jahrzehnte tabuisiert, rückt die Verfolgung Homosexueller in der NS-Diktatur erst in jüngster Zeit ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit. Es mangelte bislang an überregionalen Untersuchungen, die einen Überblick über Alltag und Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus geben. Der Historiker Dr. Alexander Zinn hat eine Studie vorgelegt, die eine neue Sicht auf auf die lange Zeit verdrängten Verbrechen und Diskriminierungen ermöglicht.

Im Fokus stehen nicht nur das Verfolgungsprogramm der Machthaber, das sich immer weiter radikalisierte, sondern auch die Rolle von Polizei, Justiz und Bevölkerung sowie – nicht zuletzt – die der Betroffenen selbst. Zinn zeichnet detailliert nach, welche verheerenden Konsequenzen die Verfolgungsmaßnahmen für die Betroffenen hatten.

Er kommt aber auch zu überraschenden Ergebnissen: Laut Zinn klafften Anspruch und Wirklichkeit der Verfolgungspolitik oft eklatant auseinander. Denn nicht immer erwiesen sich die Behörden als die „willigen Vollstrecker“, als die man sie heute meist sieht. Und auch die Bevölkerung arbeitete dem Verfolgungsapparat in geringerem Maße zu, als bislang oft unterstellt.

Dr. Alexander Zinn stellt die Ergebnisse seiner Untersuchung vor und diskutiert diese mit dem Publikum.

Programm

Begrüßung
Dr. Christian Meyer-Heidemann
Landesbeauftragter für politische Bildung


Grußwort
Günter Neugebauer
Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein von
„Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.“


Vortrag
Dr. Alexander Zinn
Technische Universität Dresden
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e. V.


Aussprache und Schlusswort
Günter Neugebauer

Anmeldung

Anmeldung bis Freitag, 30. Januar 2020.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, die Anzahl der Plätze leider begrenzt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs bei uns berücksichtigt. Zum Einlass ins Landeshaus bitte den Personalausweis mitbringen.

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