Geraubt, entschädigt - wiedergutgemacht?
Mittwoch, 1. März 2023, 18.00 Uhr
Hohes Arsenal, Kleiner Saal
Arsenalstr. 2-10,
24768 Rendsburg
Eintritt frei
Jüdisches Eigentum in Schleswig-Holstein im Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit
Die "Arisierung" jüdischen Eigentums im "Dritten Reich" und die nach Kriegsende folgende "Wiedergutmachung" lassen sich nur als zusammenhängende Prozesse begreifen. In der Bundesrepublik wurden zahlreiche Restitutionen vor Gericht verhandelt. Dabei trafen die Betroffenen oder ihre Erben nicht selten auf die unmittelbaren Nutznießer der Enteignungen aus den 1930er Jahren. Schleswig-Holstein galt als eine der "Hochburgen des Nationalsozialismus". Bislang blieb unerforscht, wie Raub und Restitution besonders in dieser Region zueinander in Beziehung standen. Dr. Sven Hamann geht in seinem Vortrag auch darauf ein, welche Strukturen in Schleswig-Holstein die Enteignungen jüdischen Eigentums begünstigten, wer die Profiteure waren und wie die Gefüge und beteiligten Akteure der NS-Zeit auch den Entschädigungsprozess in den ersten Jahren der Bundesrepublik entscheidend beeinflussten.
Dr. Sven Hamann studierte Geschichte, Slavistik und Romanistik in Kiel, Irkutsk und Lyon. Neben seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer ist er Lehrbeauftragter im Bereich Didaktik der Geschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind der Nationalsozialismus sowie Museumsdidaktik und Erinnerungskultur.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der überparteilichen Vereinigung "Gegen Vergessen-Für Demokratie" und der VHS Rendsburg ausgerichtet.
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