Welche Zukunft hat die deutsch-französische Freundschaft in Europa?
Dienstag, 24. Januar 2023, 18.00 Uhr
Schleswig-Holstein-Saal des Landeshauses
Düsternbrooker Weg 70,
24105 Kiel
Aus ehemaligen Feinden sollten Partner werden – das war das Ziel des Élysée-Vertrags von 1963. Nur 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war das keine Selbstverständlichkeit. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Bundeskanzler Adenauer und der französische Staatspräsident de Gaulle im Pariser Élysée-Palast den „Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit“.
Der Élysée-Vertrag gilt heute als das Fundament der engen deutsch-französischen Zusammenarbeit und Freundschaft. In Bezug auf die Einigung Europas stellt er daher das „Getriebe“ des häufig zitierten „deutsch-französischen Motors“ dar. Der Vertrag bildet bis heute die politische, rechtliche und symbolische Grundlage für eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten.
Emmanuel Macron und Angela Merkel haben den deutsch-französischen Vertrag am 22. Januar 2019 in Aachen erneuert und die Zusammenarbeit der beiden Länder explizit in den europäischen Kontext gestellt. Auch die Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz setzt laut Koalitionsvertrag auf „eine starke deutsch-französische Partnerschaft“. Angestrebt wird eine neue Dynamik in den Beziehungen durch einen „strategischen Dialog“ und eine gemeinsame Weiterentwicklung der EU, auch wenn es zu einzelnen Fragen – etwa zur Nutzung der Kernenergie – unterschiedliche Ansichten gibt. In letzter Zeit schien jedoch Sand im Getriebe zu sein.
Wir wollen in dieser Veranstaltung auf die letzten 60 Jahre des deutsch-französischen Verhältnisses zurückblicken – aber vor allem auch nach vorne schauen: Welche Politikfelder bedürften aktuell und in Zukunft einer vertieften Zusammenarbeit? Und welche Perspektive haben andere europäische Staaten, vor allem die Länder Osteuropas, auf das Gespann Paris-Berlin?
Das Deutsch-Französische Dialogforum findet zum sechsten Mal statt. Anlass für diese Dialogreihe war der Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt in Paris im Januar 2015. Die Veranstaltung wird in Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, der Deutsch-Französischen Gesellschaft Schleswig-Holstein, der Familie Mehdorn-Stiftung und dem Landesbeauftragten für politische Bildung und mit Unterstützung der Regionalen Beraterin des Deutsch-Französischen Bürgerfonds durchgeführt.
Programm
Begrüßung
Dr. Christian Meyer-Heidemann, Landesbeauftragter für politische Bildung
Podiumsgespräch
Prof. Dr. Corine Defrance, Historikerin, Dorbonne Université Paris
Dr. Martin Koopmann, Politikwissenschaftler, Stiftung Genshagen
Dr. Christophe Arend, Direktor des Frankreich-Büros des Saarlandes in Paris (angefragt)
Gespräch mit dem Publikum
Moderation
Nadja Pantel, Journalistin, Der Spiegel
Radikal höflich
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Damals in der Rosenstraße
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